Transit DDR

Die taz am Wochenende hat den palästinensischen Migranten Ali Hajjaj . Über seinen Weg in die BRD erzählt er

Ich war 31 Jahre alt und Vater von vier Kindern. Ich habe einen Schleuser bezahlt, der mich erst mal in die DDR gebracht hat. Von dort aus bin ich dann nach Westberlin gegangen, da bin ich am 16. Juni 1990 angekommen.


Vortrag in Berlin

Patrice Poutrus spricht über „Asylum in Divided and Unified Germany. Refugee admission policies and their practical implementation from 1949 to the present.“ am Dienstag, 2. Februar, von 18:00 – 20:00 Uhr. Mehr dazu in der Veranstaltungsankündigung.


Migration in die DDR

Zeit Online hat einen Überblicksartikel über die Migration in die DDR (mit Exilant_innen und Vertragsarbeitenden). Darin wird durchgehend klar gemacht, dass die DDR schlecht war.


Vietnames_innen in Berlin

In der taz berlin schreibt Marina Mai über die getrennten vietnamesischen Communities in Berlin. Im Westen leben die Bootsflüchtlinge aus und ihre Nachfahren, im Osten die Vertragsarbeitende und deren Kinder.


Griech_innen in der DDR

Ende April veranstaltet das Centrum Modernes Griechenland in Berlin eine Tagung zu Die Griechen in der DDR:

Die Tagung setzt sich zum Ziel, dieses bislang noch kaum erforschte Kapitel der deutsch-griechischen Beziehungen zu beleuchten. Hierbei wird die Frage der Selbst- und Fremdwahrnehmung der griechischen Flüchtlinge ebenso zu behandeln sein wie die Beziehung der DDR-Griechen zum SED-Staat, die Verbindungen der SED zu den kommunistischen und sozialistischen Parteien Griechenlands, die diplomatischen, kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen im Dreieck Griechenland-DDR-BRD sowie die Rolle der griechischen (Exil-)Presse und Kultur in der DDR.


Flucht aus dem Irak

Die taz hat den Schrifsteller Fadhil al-Azzawi interviewt. Auch über seine Zeit in der DDR, in die er aus dem Irak gegangen war:

Fadhil al-Azzawi: Zunächst einmal ist es sehr schwer für mich gewesen, im Irak zu leben. Die einzige Möglichkeit für Schriftsteller war damals in den 1970er Jahren, Propaganda zu produzieren. Für mich war das nichts. Also musste ich das Land verlassen, was sehr schwer, fast unmöglich war. Damals gab es aber einen Vertrag zwischen dem irakischen und Journalistenverband und dem der DDR. Durch diesen Vertrag war es irakischen Journalisten möglich, in die DDR zu kommen, um dort zu studieren. Also nutzte ich diese eine Möglichkeit.


Exil aus Iran

Die taz berlin interviewt den Architekten und Künstler Yadegar Asisi:

Sie sind als Kind eines persischen Kommunisten in der DDR aufgewachsen, dann in den Westen gegangen.

Mein Vater war in der persischen Armee in einer illegalen Zelle. Als der letzte Schah an die Macht kam, wurde mein Vater verraten und sechs Monate vor meiner Geburt wegen Hochverrats zusammen mit 20 weiteren Offizieren hingerichtet. Die sozialistischen Staaten haben deren Frauen dann Asyl angeboten.

Sie sind deshalb in Leipzig groß geworden, haben in Dresden Architektur studiert. Ein echter DDR-Bürger?

Wenn Sie so wollen, ja. 23 Jahre habe ich dort gelebt.

Waren Sie der DDR dankbar?

Ja. Wenn die DDR nicht gewesen wäre, wäre ich nicht der Mensch, der ich bin. Natürlich gab es da üble Propaganda. Aber für mich als Kind waren wir die Guten. Und die anderen die Bösen.

Dennoch sind Sie unmittelbar nach Ihrem Studium nach Westberlin gegangen. Warum?

Ich hatte einen Brief gekriegt. Darin stand, ich hätte vier Wochen Zeit, die DDR zu verlassen. Das waren ja Kontrollettis. Nur uns Emigranten hatten die nicht ganz im Griff, deshalb wollten die uns loswerden.