taz-Panter-Preis-Nominierung für ehemaligen Vertragsarbeiter

Und auch bei der taz wird ein ehemaliger Vertragsarbeiter aus Mosambik vorgestellt. Emiliano Chaimite ist für den taz-Panter-Preis nominiert.

Eigentlich hatte er gar nicht geplant, sein Leben in Deutschland zu verbringen. Als er 1986 hierherkam, wollte er nur eine Ausbildung machen und dann wieder nach Mosambik zurückkehren. Sein Heimatland befand sich im Bürgerkrieg, für den 20-Jährigen gab es kaum berufliche Chancen. Da passte es, dass die DDR Facharbeiter aus „sozialistischen Bruderländern“ suchte.

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Porträt eines Vertragsarbeiters aus Mosambik

Das Neue Deutschland veröffentlicht ein Porträt über Serafim Manhice, der aus Mosambik als Vertragsarbeiter in die DDR kam und dreimal die BRD verlassen musste und immer wieder gekommen ist.

Trotzdem wurde er zweimal abgeschoben, 1991 und 1994. Mosambik war für ihn jedoch nur wenig lebenswert. 500 Jahre Kolonialismus und ein 16 Jahre dauernder Bürgerkrieg hatten dem Land zugesetzt. Es lag wirtschaftlich völlig am Boden. In Maputo hielt er es nur wenige Monate aus. Dann brach er wieder auf und gelangte über Portugal nach Berlin. Mehr und mehr wurde die ehemalige Mauerstadt sein Zuhause, in Berlin wurde er Vater. 1997 kam seine Tochter Nelly zur Welt. Doch einen geregelten Status brachte ihm seine junge Familie nicht, denn Nellys Mutter Hong Nguyen kommt aus Vietnam und war ebenfalls Vertragsarbeiterin.

Hinweis von Marina Mai


Student aus Venezuela

In der taz gefunden:

Eduardo Villegas, ein 58-jähriger Musiker aus Venezuela. Er besucht derzeit seine Frau und Familie in Berlin. 1975 war er zum Studieren in die DDR gekommen, heute pendelt er zwischen Venezuela und der deutschen Hauptstadt.


Artikel von Angelika Nguyen

Angelika Nguyen schreibt in der Hinterland über die transnationle Beziehung ihrer Eltern, ihr Aufwachsen in der DDR und die Rassismuserfahrungen von damals bis heute.

Hinweis von Marina Mai