Mit polnischen Konsularpass

Die taz interviewt die Schriftstellerin Magdalena Parys, die 1984 aus Polen nach West-Berlin zog und von dort aus Ost-Berlin erkundete:

wenn ich nach Ostberlin ging, um die Stadt zu erkunden. Meiner Mutter sagte ich, dass ich nach der Schule zum Training muss, aber in Wirklichkeit bin ich über die Grenze.

Die Grenze überschritt sie im Tränenpalast:

Transitreisende. Letzteres betraf mich, weil ich damals einen polnischen Konsularpass hatte, um über Ostberlin und die DDR nach Polen fahren zu können.

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Filmvorführung am 12.02.: Honeckers Gastarbeiter – Fremde Freunde in der DDR

Die Bundesstiftung Aufarbeitung kündigt an:

Die Dokumentation „Honeckers Gastarbeiter – Fremde Freunde in der DDR“ von Tom Franke und Lutz Rentner beleuchtet ein bisher wenig bearbeitetes Thema der DDR-Zeitgeschichte: Zehntausende Vertragsarbeiter vor allem aus Vietnam und Mosambik, aber auch aus anderen sozialistischen „Bruderstaaten“ arbeiteten seit Mitte der 1960er Jahre in den Betrieben der DDR. Die Vertragsarbeiter kamen im Namen der internationalen Solidarität ins Land, nicht zuletzt aber um den Bedarf nach billigen Arbeitskräften zu decken.

In der Zeit des Umbruchs seit dem Herbst 1989 waren deren Dienste nicht mehr gefragt. Die ostdeutschen Kollegen empfanden sie als lästige Konkurrenten, man schickte viele von ihnen nach Hause. Viele gingen freiwillig, um der zunehmenden rassistischen Gewalt zu entgehen. Die rassistischen Exzesse vor Ausländerwohnheimen in Hoyerswerda 1991 und Rostock-Lichtenhagen 1992 waren der traurige Höhepunkt dieser Entwicklung.

Die von der Bundesstiftung Aufarbeitung geförderte Dokumentation zeigt, wie die „Gastarbeiter“ in der DDR gelebt haben. Die Regeln ihres Aufenthaltes waren in staatlichen Verträgen festgelegt. Außerhalb der Betriebe waren die Ausländer in anonymen Wohnblocks untergebracht, Kontakte zur Bevölkerung wurden weitgehend unterbunden. Die DDR-Bürger wurden kaum informiert. Sie wurden überrascht, wenn plötzlich Hunderte Vietnamesen in der Kaufhalle auftauchten.

Vor der Filmpräsentation findet eine szenische Lesung der Künstlergruppe Mangan25 statt, die während der Dreharbeiten einen Live-Blog aus Maputo erstellt hatten. Nach dem Film diskutieren der Filmautor Lutz Rentner, die ehemalige Ausländerbeauftragte der DDR und des Landes Brandenburg, Pfarrerin Almuth Berger, die ehemalige Vertragsarbeiterin Mai-Phuong Kollath, Titu Truvinho von der Mosambikanischen Gesellschaft in Deutschland sowie der Autor und Komponist Kai-Uwe Kohlschmidt über die „Fremden Freunde in der DDR“. Das Gespräch wird moderiert von der Autorin und Journalistin Marion Brasch.

„Fremden Freunde in der DDR“. Das Gespräch wird moderiert von der Autorin und Journalistin Marion Brasch.
Filmpräsentation: Honeckers Gastarbeiter – Fremde Freunde in der DDR
Veranstalter: Armadafilm, Evangelische Kirchengemeinde St. Bartholomäus,
Bundesstiftung Aufarbeitung
Freitag, 12. Februar 2016
Uhrzeit: 19 Uhr
St. Bartholomäus-Kirche | Friedensstraße 1 | 10249 Berlin
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.