Film: Mauern 2.0

D 2011, 29 Min.
Ein Projekt von Jana Maria König, Elisabeth Steffen und Inga Turczyn

Der Film Duvarlar/Mauern/Walls dokumentiert migrantische Perspektiven, vor allem aus der türkischen Community, auf den Mauerfall und die Wiedervereinigung in den Jahren 1990-91. Zum 50. Jahrestag des deutsch-türkischen Anwerbevertrags und 50 Jahre nach dem Mauerbau tragen wir diese Perspektiven in die öffentliche Diskussion. Mauern 2.0 befragt dafür einige ProtagonistInnen des Films erneut: Wie sehen sie Themen wie Rassismus, Nationalismus und ökonomische Ausbeutung heute? Gibt es neue ‘Mauern’? Mauern 2.0 zieht weitere Kreise und fragt auch nach Perspektiven aus dem Ost-Teil der Stadt. Vergangene Auseinandersetzungen aktualisieren wir für die Gegenwart und fragen nach Verbindungen und Entwicklungen. Schließlich stellen wir die unausweichliche Frage: Was ist Rassismus heute?

Anschließend Gespräch mit den Filmemachern

Vorstellung: Mo, 03.10., 12.00 Uhr, Ballhaus Naunynstraße

Quelle: http://gegen-die-leinwaende.de/?p=416


Buch und Ausstellung: Deutsche Vietnamesen

Ein Fotobuch über Menschen, die aus Deutschland nach Vietnam zurückgekehrt sind, ist erschienen:

Stefan Canham/Nguyen Phuong-Dan: Die Deutschen Vietnamesen. Mit einem Essay von Kristin Mundt
Mehr zum Buch bei Peperoni Books

Zurzeit ist bei 25Books auch eine kleine Ausstellung zu sehen.


Veranstaltung: (K)eine Rückkehr: Hoyerswerda revisited

Hier ein Veranstaltungshinweis, den ich bekommen habe:

Podiumsdiskussion in Berlin am 13.9.2011, 19:30 Uhr, Südblock, U-Bahnhof Kottbusser Tor:

(K)eine Rückkehr: Hoyerswerda revisited
mit: Manuel Nhacutou, Maputo (Mosambik), ehemaliger Vertragsarbeiter
Emmanuel Gärtner, Accra (Ghana), ehemaliger Flüchtling
N.N., migrantischeR AktivistIn, (Berlin)
Toni Schmidt, Gruppe Pogrom 1991 (Hoyerswerda)

Im September 1991 markierten die tagelangen rassistischen Angriffe auf mosambikanische Vertragsarbeiter_innen der Lausitzer Braunkohle AG (LAUBAG) und Flüchtlinge im sächsischen Hoyerswerda und deren anschließende Vertreibung aus der ehemaligen sozialistischen Musterstadt den Beginn einer jahrelangen Welle rassistischer Angriffe und Brandanschläge in Ost- und Westdeutschland.

20 Jahre nach den Angriffen kehren Manuell Nhacutou und Emmanuel Gärtner anlässlich des Jahrestags des Pogroms in die Stadt zurück, die ihr Leben entscheidend verändert hat.

Bei der Podiumsdiskussion werden Manuell Nhacutou und Emmanuel Gärtner über ihre Erlebnisse im September 1991 sprechen – und über ihre Eindrücke von Hoyerswerda heute. Die Referent_innen analysieren die politischen Hintergründe des Pogroms – die wirtschaftlichen Interessen des Braunkohlekonzerns LAUBAG an der Ausweisung der ehemaligen Vertragsarbeiter_innen – und dessen Folgen: Kurze Videoclips und Medienberichte aus den frühen 1990er Jahren veranschaulichen den Zeitgeist.

Mit der Veranstaltung wird ein zentrales Ereignis der Nachwendezeit von unmittelbaren Zeitzeug_innen beschrieben – und ein Raum für Erinnerungen und Reflektionen geboten. Denn die Konsequenzen der rassistischen Mobilisierungen der 1990er Jahre dauern bis heute an.

Wann: Dienstag, den 13. September 2011 um 19:30 Uhr
Wo: Südblock, Admiralstr. 1-2, 10999 Berlin (U-Bahnhof Kottbusser Tor)
Eintritt kostenlos

Eine Veranstaltung von: Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum (apabiz) e.V., autofocus videowerkstatt e.V., Argumente – Netzwerk antirassistische Bildung e.V. und dem Fachbereich Neonazismus und Strukturen/Ideologien der Ungleichwertigkeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Gefördert durch: Rosa-Luxemburg-Stiftung
Unterstützt durch: Stiftung: do

Nachtrag 18.09.11: Die taz hat von der Veranstaltung und mehr berichtet.

Den Film „Viele habe ich erkannt“ mit Manuel Nhacutou von 1992 kann online bestellt werden.