Geschichtsschreibung

Vor gut zwei Jahren fand in Treptow eine Veranstaltungsreihe: „Bruderland ist abgebrannt!“ – Einwanderung, Rassismus, Antisemitismus und Neonazismus in der DDR statt. Bei den Veranstaltungen gab es viel Widerspruch. Und nun wird in der Hellen Panke die Gegenveranstaltung Mosambikanische Vertragsarbeiter in der DDR-Wirtschaft organisiert. Aus der Veranstaltungsankündigung:

Es gibt wohl kaum ein Kapitel aus der DDR-Geschichte, wo so viele unwidersprochene Verleumdungen, Verdrehungen und Halbwahrheiten kolportiert werden, wie in Bezug auf den Einsatz von Vertragsarbeitern aus Ländern der Dritten Welt in der DDR-Wirtschaft.
Da wird etwa behauptet, dass die „ausländischen Werktätigen“ keine Kontakte zu ihrem sozialen Umfeld haben durften, auf offener Straße mehrere Ausländer massakriert wurden, junge Vertragsarbeiter kaserniert untergebracht, schlecht bezahlt und ausgebeutet waren.

Ganz offensichtlich geht es hier darum, Deutungshoheit über die Geschichte zu bekommen. Dabei geht es aber nicht nur um Ost und West, sondern auch um deutsch und migrantisch. Bei der Helle Panke-Veranstaltung werden Straßburg, ein Vertreter des DDR-Systems, und van der Heyden, ein Wissenschaftler, der sich immer wieder gegen rassismuskritische Positionen äußert, vortragen. Das kann spannend werden. Unwahrscheinlich aber, dass es keine Verleumdungen, Verdrehungen und Halbwahrheiten geben wird.

Straßburg und van der Heyden haben mit zwei Ko-Herausgeber_innen letztes Jahr ein Buch zum Thema herausgegeben. Eine Rezension ist zu finden auf hsozkult.

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Mauerfall und Arbeitsmigrant_innen

Deutschlandradio Kultur hat einen ausführlichen Bericht über die Auswirkungen des Mauerfalls auf Arbeitsmigrant_innen in der DDR (vor allem aus Vietnam) und West-Berlin (vor allem aus der Türkei) gemacht.


Ehemalige Vertragsarbeitende in Mosambik

Der ARD-Weltspiegel hat einen Bericht über ehemalige Vertragsarbeitende in Mosambik gemacht.


Marzahn migrantisch

Ein kurzer Vortrag von mir zu No-Go-Areas, Vertragsarbeitenden und demographischen Veränderungen am Beispiel von Marzahn:

DemografieLab Vortrag: Dr. Urmila Goel .


Der Gast

Quan Hong Le: Der Gast in der Reihe berlinfolgen der taz:

„Quan Hong Le … nach dem Abitur geht er 1987 nach Ost-Berlin als Gastarbeiter. 1989 lernt er seine Frau, die ebenfalls aus Hanoi stammt, bei der Arbeit kennen. Nach der Wende haben sie verschiedene befristete Aufenthaltsgenehmigungen bis sie 2001 die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten.“

Hinweis von Marina Mai


MDR zu Vietnames_innen in (Ost)Deutschland

hier

inklusive Statistiken zur Zahl von Menschen mit vietnamesischer Staatsbürger_innenschaft in der BRD 2011 und Einbürgerungen sei 1981.

Hinweis von Marina Mai


Vater und Tochter

RADIO „DIE STIMME VIETNAMS“ berichtet darüber, wie die deutsche Tochter eines Vietnamesen, der in der 1980ern als Auszubildender (vermutlich Vertragsarbeiter, oder?) in der DDR war, und dieser Vietnamese sich nach 24 Jahren wieder gefunden haben.

Hinweis von Marina Mai